ASHES & GOLD TOUR 2027 präsentiert von: Metal Hammer, Metal.de, EXTRATOURS Live Entertainment und Reaper Entertainment
Die Welt ist schon immer ein schrecklicher Ort gewesen, einen besseren haben wir aber leider nicht. Und dass derzeit alles noch etwas schrecklicher erscheint, lässt sich kaum wegmoderieren. Da verwundert es kaum, dass END OF GREEN auf ASHES & GOLD mit dementsprechender Schwere und Tiefe operieren.
Wirklich weg waren END OF GREEN nicht, trotzdem sind nun neun Jahre vergangen seit ihrer letzten richtigen Platte VOID ESTATE (2017). Doch das süddeutsche Gothmetal-Powerhouse hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass es keinen Anlass sieht für karriereoptimierendes Contentgeballer, nur um im Gespräch zu bleiben. Jeder weiß: Für ein gutes Gespräch muss man etwas zu sagen haben. Ist das nicht der Fall, besitzen END OF GREEN seit jeher die Größe, ihr Maul zu halten. Nun haben MICHELLE DARKNESS (Gesang), KERKER (Gitarre), HOUND E. (Bass), SUFFERMAN (Drums) und SAD SIR (Gitarre) glücklicherweise wieder etwas auf dem Herzen.
Natürlich halten END OF GREEN auf ihrer zehnten Platte seit 1996 nicht mit der Dunkelheit und Elend hinterm Berg – im Gegenteil. Doch ASHES & GOLD ist anders intensiv als die Gefühlsausbrüche der vergangenen 30 Jahre. Da sind die Dramen, da ist der Scheißtod, da ist die Verzweiflung und dieses fast schon wieder nostalgische „No Future“. Doch END OF GREEN begegnen all dem mit Kampfgeist und Selbstermächtigung. ASHES & GOLD umarmt gleichermaßen das Licht und lädt die Dunkelheit auf ein Tänzchen am Abgrund ein. Und dann besitzen END OF GREEN eben diese Frechheit, Kraft aus der Hässlichkeit der Realität zu ziehen. Weiter, immer weiter. Aufgeben ist keine Option.
END OF GREEN waren nie grober als auf ANGRY SON OF AN ANGRY OLD MAN, nie so rotzig wie auf SLUGLICKER, nie erbarmungsloser als in THE DARK VALLEY, nie dunkelromantischer als auf ISOLDE oder so verpeilt verspielt wie in WASTED TIME. Auf ASHES & GOLD genießen END OF GREEN sichtlich den Luxus, sich nicht entscheiden zu müssen zwischen Metal, Goth, Doom, Post-Punk und Post-Metal. Ihr Spiel, ihre Regeln.
Und um Himmels willen, ja. Da ist natürlich Goth-Crooner MICHELLE DARKNESS der sich hier endgültig vergoldet. Goldkehlchen, der Typ. Der singt sich nicht nur in beängstigender Konsequenz die Seele aus dem Leib, sondern zeichnet auch für die tighte Produktion von ASHES & GOLD verantwortlich. Machen wir es kurz: ASHES & GOLD – was für eine Platte. END OF GREEN – was für eine Band. Und was für eine Zeit, am Leben zu sein. Möge es ewig dauern, dieses Leben.
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